Harley-Davidson hat das Ende seines Werksteams und der offiziellen Unterstützung für die Rennserie „King of the Baggers“ (KOB) bekannt gegeben. Die Entscheidung wurde am 1. Oktober kommuniziert und trifft MotoAmerica nur rund fünf Monate vor dem geplanten Start der kommenden Saison.
MotoAmerica reagierte mit deutlicher Enttäuschung. In einer offiziellen Stellungnahme erklärte der Veranstalter, dass der späte Zeitpunkt der Entscheidung zusätzliche Herausforderungen für die Planung mit sich bringe. Gleichzeitig prüfe man derzeit alle verfügbaren Möglichkeiten, um die Rennklasse weiterzuführen.
Die „King of the Baggers“-Serie lebte in den vergangenen Jahren stark vom direkten Duell zwischen Harley-Davidson und Indian. In den letzten sechs Saisonen holten beide Hersteller jeweils drei Meistertitel und prägten damit maßgeblich den sportlichen Charakter der Serie.
Fokus auf den Bagger World Cup?
Parallel dazu hat Harley-Davidson mit dem Bagger World Cup eine eigene Markenrennserie aufgebaut, die im Rahmen ausgewählter MotoGP-Wochenenden ausgetragen wird. Laut RideApart war die erste Saison erfolgreicher als erwartet.
Ob der Erfolg dieses Formats tatsächlich der ausschlaggebende Grund für den Rückzug aus King of the Baggers war, wurde von Harley-Davidson bislang jedoch nicht bestätigt. RideApart vermutet, dass der Hersteller seine Ressourcen künftig stärker auf die international ausgerichtete Serie im MotoGP-Umfeld konzentrieren könnte.
Für MotoAmerica bedeutet der Rückzug einen erheblichen Einschnitt. Die Serie war stark von der Rivalität zwischen Harley-Davidson und Indian geprägt, und der Verlust eines der beiden Werksteams verändert die sportliche Ausgangslage deutlich.
Wie es mit King of the Baggers weitergeht, ist derzeit offen. MotoAmerica kündigte an, weitere Informationen zu veröffentlichen, sobald es Neuigkeiten zur Zukunft der Klasse gibt.
