Yamaha erweitert sein Modellprogramm um eine völlig neue Baureihe: Mit dem RW700, dem komfortorientierten RW700 Explore und dem kleineren RW350 stellt der japanische Hersteller drei Adventure-Scooter vor, die den praktischen Nutzen eines Rollers mit den Fahreigenschaften eines Adventure-Motorrads verbinden sollen. Besonders der RW700 geht mit seinem 690-Kubik-CP2-Motor, dem für den Geländeeinsatz angepassten Y-AMT-Getriebe und einer umfangreichen Elektronikausstattung ungewöhnliche Wege.

Yamaha RW700: CP2-Motor trifft auf automatisiertes Schaltgetriebe

Das technische Herzstück des neuen RW700 ist der bekannte CP2-Zweizylindermotor mit 690 cm³ Hubraum. Der bewährte Antrieb kommt bereits in verschiedenen Yamaha-Motorrädern zum Einsatz und soll auch im neuen Adventure-Scooter für eine gut kontrollierbare Kraftentfaltung sorgen.

Eine Besonderheit ist das Yamaha Automated Manual Transmission (Y-AMT). Anders als bei einem konventionellen Roller mit stufenloser Variomatik handelt es sich dabei um ein automatisiertes Schaltgetriebe.

2027 YAM RW700DX EU MDNLM2 ACT 003 03 previewFotos: Yamaha

Der Fahrer kann zwischen vollautomatischen Gangwechseln und manueller Bedienung über eine Wippe am Lenker wählen. Ein Kupplungshebel oder ein herkömmlicher Fußschalthebel sind nicht erforderlich.

Für die RW-Serie wurde das System gezielt weiterentwickelt. Überarbeitete Komponenten ermöglichen weichere Schaltvorgänge, während spezielle Schaltprogramme den Einsatz auf losem Untergrund unterstützen.

Damit ist der RW700 der erste Yamaha-Scooter mit schaltbarem Getriebe und zugleich das erste Yamaha-Modell, bei dem das Y-AMT-System ausdrücklich für den Offroad-Einsatz abgestimmt wurde.

Fünf Fahrmodi und umfangreiche Assistenzsysteme

Der RW700 verfügt über eine Sechsachsen-IMU, deren Daten zur Steuerung verschiedener elektronischer Fahrhilfen verwendet werden.

Über Yamaha Ride Control (YRC) stehen fünf Fahrmodi zur Verfügung:

  • ROAD: STREET, SPORT und ECO

  • GRAVEL: EXPLORE und EXPLORE+

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Während die ROAD-Programme für unterschiedliche Anforderungen auf befestigten Straßen ausgelegt sind, passen die GRAVEL-Modi das Ansprechverhalten des Motors, die Schaltstrategie und die elektronischen Eingriffe an unbefestigte Wege an.

EXPLORE+ ermöglicht darüber hinaus individuelle Einstellungen.

Zur Ausstattung gehören eine Traktionskontrolle (TCS), eine Slide Control (SCS), eine Brake Control (BCS) und ein Back-slip Regulator (BSR).

Besonders für den Geländeeinsatz relevant: In den GRAVEL-Modi lässt sich das ABS am Hinterrad deaktivieren.

Das spezielle Gravel-Shift-Programm verhindert unter bestimmten Bedingungen ein zu frühes Hochschalten und erleichtert die Kontrolle des Hinterrads auf losem Untergrund.

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Fahrwerk und Ergonomie für unterschiedliche Untergründe

Yamaha setzt beim RW700 auf einen hochfesten Stahlrohrrahmen, der sowohl eine sitzende als auch eine stehende Fahrposition ermöglicht.

Vorne arbeitet eine 41-mm-Upside-down-Gabel mit 160 mm Federweg. Hinten stehen 155 mm Federweg zur Verfügung.

Die Speichenräder messen 17 Zoll vorne und 15 Zoll hinten. Bereift ist der RW700 mit schlauchlosen Pirelli Scorpion Rally STR in den Dimensionen 120/70 R17 und 160/60 R15.

Die Bodenfreiheit beträgt 170 mm, die Sitzhöhe liegt bei 810 mm. Fahrfertig bringt der Scooter 221 kg auf die Waage.

Für die Verzögerung sorgen zwei 298-mm-Bremsscheiben mit radial montierten Vierkolben-Bremssätteln vorne und eine 267-mm-Scheibe hinten.

Ungewöhnlich flexibel gestaltet Yamaha die Fußposition. Die Fußrasten lassen sich in vier Positionen einstellen und besitzen herausnehmbare Gummieinsätze. Zusätzlich gibt es weiter vorne montierte, klappbare Fußauflagen für eine entspannte Sitzposition auf längeren Strecken.

Ein Motorschutz aus Aluminium soll empfindliche Komponenten bei Fahrten auf unbefestigten Wegen schützen.

TFT-Display, Navigation und Tempomat

Im Cockpit sitzt ein fünf Zoll großes TFT-Farbdisplay, das über Yamahas MyRide-App mit dem Smartphone verbunden werden kann.

Die Navigation erfolgt über Garmin StreetCross. Neben der Kartendarstellung stehen Abbiegehinweise und Verkehrsinformationen in Echtzeit zur Verfügung.

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Zur Serienausstattung gehören außerdem ein Tempomat, der Yamaha Variable Speed Limiter (YVSL), ein Smart-Key-System, ein USB-C-Anschluss und automatisch rückstellende LED-Blinker.

Unter der Sitzbank befindet sich ein beleuchtetes Staufach, das je nach Helmgröße einen Integralhelm aufnehmen kann.

Der Tank fasst 14 Liter.

RW700 Explore: Mehr Komfort für längere Touren

Mit dem RW700 Explore bietet Yamaha eine zusätzliche Ausstattungsvariante für Fahrer an, die häufig längere Strecken zurücklegen.

Motor, Getriebe und elektronische Fahrhilfen entsprechen dem normalen RW700. Hinzu kommen jedoch mehrere Komfortmerkmale.

Die Vorderradgabel bietet eine zusätzliche Einstellung der Federvorspannung über 15 mm sowie eine elfstufig verstellbare Zugstufendämpfung.

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Außerdem gehören beheizbare Griffe, eine beheizbare Fahrersitzbank, ein Hauptständer und beleuchtete Bedienelemente zur Ausstattung.

Sowohl die Griffheizung als auch die Sitzheizung lassen sich in zehn Stufen einstellen.

Der RW700 Explore wird in Forest Green und Midnight Black angeboten. Für den normalen RW700 sind Sage Blue und Power Grey vorgesehen.

Yamaha RW350: Eigenständige Technik mit 330 cm³

Der kleinere RW350 ist nicht einfach eine verkleinerte Version seines großen Bruders. Yamaha hat für dieses Modell einen neuen flüssigkeitsgekühlten Einzylindermotor mit 330 cm³ Hubraum entwickelt.

Besonders interessant ist die Konstruktion namens Yamaha Dynamic Ride.

Bei herkömmlichen Rollern bilden Motor und CVT-Getriebe häufig eine gemeinsame, mit der Hinterradfederung bewegte Einheit.

Beim RW350 ist der Motor dagegen fest im Rahmen montiert. Lediglich die CVT-Einheit bewegt sich um einen Drehpunkt an der Kurbelwellenachse.

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Dadurch soll die ungefederte Masse reduziert und das Fahrverhalten auf unebenen Untergründen verbessert werden. Ein Vierachsen-Ausgleichssystem dient der Reduzierung von Vibrationen.

Auch der RW350 verfügt über eine elektronische Drosselklappensteuerung (YCC-T), Traktionskontrolle und Yamaha Ride Control.

Drei Fahrmodi stehen zur Wahl: STREET, EXPLORE und ECO.

Der EXPLORE-Modus erlaubt ein gewisses Maß an Hinterradschlupf, während ECO auf eine sanftere Leistungsentfaltung ausgelegt ist.

Lange Federwege und praktische Ausstattung

Das Fahrwerk des RW350 besteht aus einem hochfesten Stahlrohrrahmen, einer 37-mm-Upside-down-Gabel mit 140 mm Federweg und zwei hinteren Federbeinen mit 105 mm Federweg.

Die Federvorspannung hinten lässt sich in sieben Stufen einstellen.

Vorne kommt ein 16-Zoll-Rad zum Einsatz, hinten ein 14-Zoll-Rad. Yamaha verwendet speziell entwickelte Dunlop D615 mit grobstolligem Profil.

Mit 185 mm bietet der RW350 sogar mehr Bodenfreiheit als der größere RW700.

Wie beim 700er ermöglichen Fußrasten mit herausnehmbaren Gummieinsätzen auch das Fahren im Stehen. Zusätzliche klappbare Fußauflagen erhöhen den Komfort bei längeren Straßenfahrten.

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Zur Ausstattung zählen ein fünf Zoll großes TFT-Display mit Smartphone-Anbindung, Garmin-StreetCross-Navigation, Tempomat, Smart Key und USB-C-Anschluss.

Der Stauraum unter der Sitzbank bietet Platz für einen Integralhelm, abhängig von dessen Größe.

Der Tankinhalt beträgt 13 Liter. Als Farben stehen Sage Blue, Arashi Sand und Midnight Black zur Verfügung.

Adventure-Scooter statt klassischem Maxi-Roller?

Mit der neuen RW-Serie positioniert Yamaha seine Scooter deutlich außerhalb des klassischen Stadtroller-Segments.

Insbesondere der RW700 unterscheidet sich durch sein automatisiertes Schaltgetriebe, die speziellen Offroad-Fahrmodi und die Möglichkeit, im Stehen zu fahren, von vielen herkömmlichen Maxi-Rollern.

Der RW350 verfolgt mit seiner neu entwickelten Motor-Getriebe-Anordnung einen anderen technischen Ansatz, soll aber ebenfalls den Spagat zwischen Alltagstauglichkeit und gelegentlichen Ausflügen auf unbefestigte Wege schaffen.

Ob die Modelle ihren Adventure-Anspruch auch abseits befestigter Straßen erfüllen, werden erst unabhängige Fahrtests zeigen. Vor allem beim RW700 bleiben die 221 kg Gewicht und die Bodenfreiheit von 170 mm wichtige Faktoren für die praktische Geländetauglichkeit.

Preise und konkrete Termine für den Marktstart hat Yamaha im vorliegenden Pressematerial noch nicht bekannt gegeben.

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