Mit einem 749-Kubik-V2, gegenläufiger Kurbelwelle und hochwertigen Fahrwerkskomponenten will die Moto Morini Corsaro Sport frischen Wind in die Mittelklasse bringen. Technisch klingt das vielversprechend. Doch drei Jahre nach ihrer ersten Präsentation ist weiterhin offen, wann die italienische Sportlerin tatsächlich auf den Markt kommt.

Die Moto Morini Corsaro Sport gehört zu jenen Motorrädern, die bereits auf dem Papier neugierig machen. Während viele Hersteller in der sportlichen Mittelklasse auf Reihen-Zweizylinder setzen, entscheidet sich Moto Morini für einen klassischen 90-Grad-V2. Dazu kommen eine ungewöhnliche technische Lösung im Motor, eine markante Vollverkleidung und Bremskomponenten von Brembo.

corsaro sport angle rightFotos: Moto Morini

Erstmals vorgestellt wurde die Corsaro Sport auf der EICMA 2023 in Mailand. Seitdem ist es um den geplanten Marktstart allerdings bemerkenswert ruhig geblieben. Auf der österreichischen Website des Herstellers wird das Modell weiterhin mit „Demnächst erhältlich“ angekündigt.

749 cm³ V2 mit gegenläufiger Kurbelwelle

Das technische Herzstück ist ein flüssigkeitsgekühlter 90-Grad-V2 mit 749 cm³ Hubraum. Moto Morini gibt eine maximale Leistung von 96 PS (70,5 kW) und ein Drehmoment von 77 Nm bei 7.500 U/min an. Die Höchstgeschwindigkeit soll über 210 km/h liegen.

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Besonders interessant ist die gegenläufige Kurbelwelle. Sie dreht entgegen der Laufrichtung der Räder und kann dadurch deren Kreiselkräfte teilweise kompensieren. Das soll insbesondere das Einlenkverhalten und schnelle Richtungswechsel begünstigen. Ob und wie deutlich dieser Vorteil im Fahrbetrieb spürbar wird, lässt sich allerdings erst bei einem Fahrtest beurteilen.

Auch die Trockensumpfschmierung ist eine bemerkenswerte technische Entscheidung für ein Motorrad dieser Klasse. Das Verdichtungsverhältnis liegt bei 13:1, die Abgasnorm Euro 5+ wird erfüllt.

Neben der offenen Version ist eine auf 35 kW (48 PS) ausgelegte A2-Variante vorgesehen.

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Aluminium, Stahl und Brembo

Beim Fahrwerk setzt Moto Morini auf einen Rahmen aus Aluminium und Stahl, kombiniert mit einer Aluminiumschwinge. Vorne arbeitet eine vollständig einstellbare Upside-down-Gabel, hinten ein Zentralfederbein mit progressiver Umlenkung.

Für die Verzögerung sind vorne zwei 320-mm-Bremsscheiben mit Brembo-Monoblock-Bremssätteln vorgesehen. Hinten kommt eine einzelne 220-mm-Scheibe zum Einsatz. ABS gehört ebenfalls zur angegebenen Ausstattung.

Mit einer 120/70-R17-Bereifung vorne und einem 190/55-R17-Hinterreifen unterstreicht Moto Morini den sportlichen Anspruch. Gerade die breite Hinterradbereifung fällt für ein Motorrad mit 96 PS auf.

Das Gewicht im fahrbereiten Zustand soll unter 200 Kilogramm bleiben. Die Sitzhöhe beträgt 840 mm, der Radstand 1.462 mm.

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Sportliches Design statt Einheitslook

Optisch orientiert sich die Corsaro Sport klar an klassischen vollverkleideten Sportmotorrädern. Die schmale Front, die kantigen Verkleidungselemente und die kompakte Heckpartie sorgen für einen eigenständigen Auftritt.

Die technische Plattform teilt sie mit anderen Modellen der Corsaro-Familie, darunter der Corsaro GT. Die Sportversion verfolgt jedoch einen deutlich anderen Ansatz: weniger Reiseorientierung, mehr Fokus auf dynamisches Fahren.

Marktstart weiterhin ungewiss

So interessant die technischen Daten auch sind, die entscheidende Frage bleibt unbeantwortet: Wann können Kunden die Corsaro Sport tatsächlich kaufen?

Bereits 2023 wurde das Modell auf der EICMA gezeigt. Ursprünglich war mit einer deutlich früheren Markteinführung gerechnet worden. Doch auch im Oktober 2026 nennt Moto Morini auf seiner österreichischen Website weder einen verbindlichen Liefertermin noch einen Preis.

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Das italienische Motorradmagazin MotorBox berichtete zudem, dass nach Informationen aus dem Management von Moto Morini ein Marktstart im Jahr 2026 nicht vorgesehen sei. Als mögliche Perspektive wurde 2027 genannt, allerdings ausdrücklich ohne verbindliche Zusage.

Eine offizielle Bestätigung für einen Marktstart 2027 liegt bislang nicht vor.

Technische Daten: Moto Morini Corsaro Sport

MerkmalHerstellerangabe
Motor 90° V2
Hubraum 749 cm³
Leistung 96 PS (70,5 kW)
A2-Version 35 kW / 48 PS
Drehmoment 77 Nm bei 7.500 U/min
Verdichtung 13:1
Kurbelwelle Gegenläufig
Schmierung Trockensumpf
Höchstgeschwindigkeit Über 210 km/h
Rahmen Aluminium-Stahl-Konstruktion
Vorderradbremse 2 × 320 mm, Brembo Monoblock
Hinterradbremse 220 mm
Reifen vorne 120/70 R17
Reifen hinten 190/55 R17
Sitzhöhe 840 mm
Radstand 1.462 mm
Gewicht fahrbereit Unter 200 kg
Abgasnorm Euro 5+

Angaben laut Moto Morini. Änderungen bis zur Serienproduktion vorbehalten.

Fazit: Spannende Technik, offene Zukunft

Die Corsaro Sport hat durchaus das Potenzial, eine interessante Alternative in der sportlichen Mittelklasse zu werden. Besonders der 90-Grad-V2 mit gegenläufiger Kurbelwelle unterscheidet sie von zahlreichen Wettbewerbern.

Ob aus dem vielversprechenden Konzept tatsächlich ein attraktives Serienmotorrad wird, hängt allerdings nicht nur von den technischen Daten ab. Entscheidend werden der endgültige Verkaufspreis, die Verfügbarkeit und natürlich das Fahrverhalten sein.

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Mit der EICMA 2026 Anfang November steht die nächste große Motorradmesse vor der Tür. Ob Moto Morini dort neue Informationen zur Corsaro Sport bekannt geben wird, ist derzeit offen. Nach drei Jahren Wartezeit wäre eine konkrete Antwort jedenfalls willkommen.

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