46 Punkte trennen Marco Bezzecchi vor dem Australien-GP von der Spitze der MotoGP-Weltmeisterschaft. Während Jorge Martín und Marc Márquez nur zwei Zähler auseinanderliegen, will der Italiener seine Titelchancen noch lange nicht abschreiben. Seine Strategie für die verbleibenden Rennen ist klar: angreifen, statt auf Fehler der Konkurrenz zu warten.

Mit seinem Sieg in Indonesien, dem fünften Grand-Prix-Erfolg der laufenden Saison, hat Bezzecchi im Titelkampf wieder ein Ausrufezeichen gesetzt. Auf Phillip Island will der Aprilia-Pilot daran anknüpfen. Im Vorjahr gewann er hier bereits den Sprint und kämpfte sich trotz zweier Long-Lap-Strafen im Hauptrennen noch auf den dritten Platz.

Marco Bezzecchi beim Indonesien-GP 2026 auf seiner Aprilia RS-GPQuelle: Aprilia

In der Gesamtwertung führt Martín mit 355 Punkten knapp vor Márquez (353). Bezzecchi liegt mit 309 Zählern auf Rang drei. Bei noch fünf ausstehenden Rennwochenenden und maximal 37 Punkten pro Wochenende ist rechnerisch weiterhin alles möglich. Um den Rückstand entscheidend zu verkürzen, braucht der Italiener allerdings nicht nur eigene Spitzenresultate, sondern auch Punktverluste seiner direkten Konkurrenten.

Eine zusätzliche Herausforderung stellt das Wetter auf Phillip Island dar. Die Strecke ist für ihre wechselhaften Bedingungen, starken Winde und niedrigen Temperaturen bekannt. Bezzecchi und sein Team müssen sich deshalb auf unterschiedliche Szenarien vorbereiten. Gerade bei schwierigen Bedingungen könnte die richtige Abstimmung der Aprilia zum entscheidenden Faktor werden.

Auch die Diskussion über mögliche Teamorder bei Aprilia begleitet den Titelkampf. Während Martín die Weltmeisterschaft anführt, besitzt Bezzecchi weiterhin eigene Titelchancen. Eine klare Festlegung zugunsten eines einzelnen Fahrers gibt es bislang nicht. Die Frage, wann Aprilia seine Kräfte im Kampf gegen Márquez bündeln könnte, dürfte in den kommenden Wochen jedoch zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Für Bezzecchi hat das Wochenende auf Phillip Island auch abseits des Titelkampfs eine besondere Bedeutung. Die australische Traditionsstrecke steht 2026 zum letzten Mal im MotoGP-Kalender, bevor der Grand Prix im kommenden Jahr nach Adelaide wechselt. Ein weiterer Sieg wäre für den Italiener damit nicht nur im WM-Kampf wertvoll, sondern auch ein besonderer Abschied von einer der beliebtesten Strecken der Meisterschaft.

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