Marco Bezzecchi hat beim Großen Preis von Indonesien in Mandalika einen beeindruckenden Sieg gefeiert. Der 17. von insgesamt 22 Saisonläufen der MotoGP 2026 stand ganz im Zeichen von Aprilia: Die Fahrer des italienischen Herstellers belegten die ersten vier Plätze und sorgten damit für ein außergewöhnliches Rennergebnis.

Auch im Kampf um die Weltmeisterschaft brachte das Rennen eine entscheidende Wendung. Jorge Martin eroberte die WM-Führung zurück, während Marc Marquez, der mit vier Punkten Vorsprung in den Rennsonntag gestartet war, wichtige Zähler einbüßte. Damit spitzt sich der Titelkampf in der Schlussphase der Saison weiter zu.

Aprilia Racing beim MotoGP-Wochenende 2026 in IndonesienQuelle: Aprilia Racing

Angespannte Stimmung bereits im Warm-up

Schon vor dem eigentlichen Rennen sorgte das Warm-up am Sonntagmorgen für reichlich Gesprächsstoff. Pole-Setter Raul Fernandez ging angeschlagen in die Session. Der Spanier hatte sich bei einer Kollision mit Marco Bezzecchi in der ersten Kurve des Sprints einen Finger gebrochen und kämpfte mit Schmerzen an seiner rechten Hand.

Trotz der Verletzung präsentierte sich Fernandez konkurrenzfähig und setzte sich zwischenzeitlich an die Spitze der Zeitenliste. Erst in seiner letzten Runde gelang es Bezzecchi, die Bestzeit zu unterbieten. Die Spannungen zwischen den beiden Aprilia-Piloten waren damit allerdings noch nicht beigelegt: Im Bereich der Übungsstarts kam es nach dem Warm-up zu einer hitzigen Auseinandersetzung, bei der Fernandez seinem Ärger deutlich Luft machte.

Für Aprilia verlief die Session insgesamt nicht ohne Zwischenfälle. Jorge Martin, der im Sprint aufgrund von Problemen mit dem Reifendruck die Führung eingebüßt hatte, landete im Warm-up im Kiesbett. Marc Marquez wiederum führte das Klassement über weite Strecken an, musste sich am Ende jedoch Fernandez und Bezzecchi geschlagen geben.

Bei der Reifenwahl herrschte unter den Fahrern Einigkeit: Für das Rennen entschieden sich alle Piloten für einen weichen Vorderreifen in Kombination mit einem mittleren Hinterreifen.

Aleix Espargaro muss auf Rennstart verzichten

Einen weiteren Rückschlag gab es für Honda HRC. Aleix Espargaro musste seine Teilnahme am Indonesien-Grand-Prix absagen. Der Spanier hatte bereits während des Sprints mit körperlichen Beschwerden zu kämpfen und war für das Hauptrennen nicht mehr ausreichend fit.

Aprilia in Bestform – schwierige Ausgangslage für Marquez

Bereits der Sprint am Samstag hatte gezeigt, wie eng das Kräfteverhältnis in Mandalika war. Ai Ogura schaffte es als einziger Aprilia-Pilot auf das Podium und belegte neben Marc Marquez und Fabio Di Giannantonio einen der ersten drei Plätze.

Für den neunfachen Weltmeister Marc Marquez blieb der indonesische Kurs dagegen ein schwieriges Pflaster. Vor dem diesjährigen Grand Prix hatte er in Mandalika noch kein einziges Sonntagsrennen erfolgreich beenden können. Trotz seiner knappen WM-Führung war die Ausgangslage deshalb alles andere als komfortabel.

Auch die Streckenrekorde zeigen, wie hoch das Tempo auf dem Mandalika International Street Circuit ist. Den absoluten Rundenrekord stellte Marco Bezzecchi 2025 mit einer Zeit von 1:28,832 Minuten im Qualifying auf. Den Rekord für die schnellste Rennrunde hält Fermín Aldeguer, der im selben Jahr eine Zeit von 1:30,499 Minuten erzielte.

Nach den turbulenten Ereignissen im Sprint und Warm-up deutete somit vieles auf einen spannenden Grand Prix hin. Dass Aprilia am Sonntag schließlich alle vier Spitzenpositionen belegen würde, unterstrich die außergewöhnliche Stärke des Herstellers an diesem Wochenende.

Hinter Sieger Marco Bezzecchi komplettierten Raúl Fernández und Jorge Martín das Podium. Ai Ogura machte als Vierter den historischen Aprilia-Vierfacherfolg perfekt. Marc Márquez kam dagegen nicht über Rang sechs hinaus. In der Weltmeisterschaft liegt Martín nach dem Indonesien-Grand-Prix mit 355 Punkten wieder an der Spitze, nur zwei Zähler vor Márquez (353).

Pos. Fahrer Land Team Zeit/Rückstand
1 Marco Bezzecchi ITA Aprilia Racing (RS-GP26) 27 Runden
2 Raul Fernandez ESP Trackhouse Aprilia (RS-GP26) +4,260 s
3 Jorge Martin ESP Aprilia Racing (RS-GP26) +6,890 s
4 Ai Ogura JPN Trackhouse Aprilia (RS-GP26) +9,378 s
5 Pedro Acosta ESP Red Bull KTM (RC16) +9,492 s
6 Marc Marquez ESP Ducati Lenovo (GP26) +10,778 s
7 Alex Marquez ESP BK8 Gresini Ducati (GP26) +16,821 s
8 Fabio Di Giannantonio ITA Pertamina VR46 Ducati (GP26) +19,840 s
9 Fabio Quartararo FRA Monster Yamaha (YZR-M1) +19,999 s
10 Enea Bastianini ITA Red Bull KTM Tech3 (RC16) +21,111 s
11 Brad Binder RSA Red Bull KTM (RC16) +21,912 s
12 Luca Marini ITA Honda HRC Castrol (RC213V) +22,656 s
13 Johann Zarco FRA Castrol Honda LCR (RC213V) +26,280 s
14 Franco Morbidelli ITA Pertamina VR46 Ducati (GP25) +28,012 s
15 Alex Rins ESP Monster Yamaha (YZR-M1) +31,662 s
16 Diogo Moreira BRA Pro Honda LCR (RC213V)* +34,168 s
17 Maverick Viñales ESP Red Bull KTM Tech3 (RC16) +55,598 s
– Toprak Razgatlioglu TUR Pramac Yamaha (YZR-M1)* –
– Francesco Bagnaia ITA Ducati Lenovo (GP26) –
– Jack Miller AUS Pramac Yamaha (YZR-M1) –
– Fermin Aldeguer ESP BK8 Gresini Ducati (GP25) –
Back To Top

Gefällt dir, was du siehst?

Dann folge uns über die Buttons unten – du wirst es nicht bereuen.

Datenschutz & Cookies

Wir verwenden notwendige Cookies für den Betrieb unserer Website. Mit Ihrer Einwilligung nutzen wir außerdem Google Analytics, um die Nutzung unserer Website zu analysieren. Sie können Ihre Auswahl jederzeit ändern.