Pecco Bagnaia durchlebt derzeit eine schwierige Phase, die auch Carlo Pernat zunehmend Sorgen bereitet. Der erfahrene Manager beschreibt den zweifachen MotoGP-Weltmeister als „völlig verloren“ und „am Tiefpunkt“ – und zieht sogar einen Vergleich mit den letzten Jahren von Valentino Rossi.

Der entscheidende Unterschied: Bagnaia ist erst 29 Jahre alt. Während Rossis Leistungsabfall am Ende seiner langen Karriere auch mit seinem Alter erklärt werden konnte, sollte sich Bagnaia eigentlich in einer Phase befinden, in der Erfahrung, Geschwindigkeit und Reife zusammenkommen.

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Motegi als Sinnbild der aktuellen Krise

Wie groß der Kontrast derzeit ist, zeigte sich erneut beim Grand Prix von Japan in Motegi. Ein Jahr zuvor hatte Bagnaia dort mit Pole-Position sowie Siegen im Sprint und im Grand Prix dominiert. Diesmal musste er bereits in Q1 antreten und kämpfte im Sprint zudem mit einer starken Verschlechterung des Hinterreifens.

Währenddessen holte Marc Marquez auf der anderen Werks-Ducati alle 37 möglichen Punkte. Für Pernat ist der Abstand inzwischen so deutlich, dass er die aktuelle Situation bei Ducati mit den Worten zusammenfasst: „Marquez gegen alle anderen.“

Damit meint er nicht, dass die Desmosedici plötzlich ein schlechtes Motorrad für die übrigen Fahrer geworden wäre. Vielmehr zeigt sich, wie viel Marquez derzeit aus dem Paket herausholen kann – und wie schwer sich Bagnaia im direkten Vergleich tut.

Aprilia als Chance auf einen Neustart

Vor diesem Hintergrund interpretiert Pernat Bagnaias Wechsel zu Aprilia für 2027 nicht als finanzielle Entscheidung, sondern als Versuch, sich sportlich neu zu finden.

Der Wechsel bedeutet für Bagnaia einen klaren Bruch: ein anderes Motorrad, andere Ingenieure, andere Arbeitsweisen – und vor allem das Ende des täglichen direkten Vergleichs mit Marquez im selben Team.

Ein Selbstläufer wird der Neustart allerdings nicht. Bei Aprilia trifft Bagnaia auf Marco Bezzecchi, der die RS-GP inzwischen sehr gut kennt und stark in ihre Entwicklung eingebunden ist. Der Wechsel des Umfelds allein wird daher nicht automatisch alle Probleme lösen.

2027 könnte zum Schlüsseljahr werden

Genau hier endet auch der Vergleich mit Valentino Rossi. Rossi befand sich damals am Ende seiner Karriere. Bagnaia dagegen hat noch die Möglichkeit, ein neues Kapitel zu beginnen.

Findet er bei Aprilia wieder zu seinem Gefühl, seinem technischen Vertrauen und seiner früheren Konstanz zurück, könnte seine letzte Ducati-Saison im Rückblick lediglich als schwierige Übergangsphase erscheinen.

Bleiben die Probleme dagegen bestehen, könnte die aktuelle Krise zu einem entscheidenden Einschnitt in seiner Karriere werden. Gerade deshalb dürfte 2027 für Bagnaia weit mehr sein als nur ein Teamwechsel.

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