Der KTM-Pilot Pedro Acosta übt deutliche Kritik am geplanten MotoGP-Format für das Jahr 2027. Der Spanier warnt davor, dass die Einführung von Sprint-Qualifyings an allen 22 Rennwochenenden in Kombination mit dem Wegfall des Warm-ups den Stress für die Fahrer massiv erhöht und das Verletzungsrisiko weiter in die Höhe treibt.
Acosta prognostiziert, dass die ständige Belastung, bei der Fahrer an jedem Wochenende mehrfach volles Risiko gehen müssen, langfristig zu kürzeren Karrieren führen könnte. Er betont, dass Motorradrennen nicht mit Autorennen vergleichbar seien, da bei Stürzen der Körper der Fahrer direkt dem Boden ausgesetzt ist.
Das neue Reglement für 2027 sieht vor, dass das Wochenendprogramm künftig drei Trainingseinheiten ohne Relevanz für das Qualifying, zwei Qualifying-Sessions sowie zwei Rennen – den Sprint und den Grand Prix – umfasst. Besonders kritisch sieht Acosta den Wegfall der Warm-up-Session am Sonntagmorgen. Diese diene den Fahrern nicht nur zur Feinabstimmung des Motorrad-Setups, sondern fungiere auch als wichtiger Sicherheitscheck, um nach Stürzen am Samstag die Funktionstüchtigkeit der Maschine zu überprüfen.
Pedro Acosta nach einem Sturz in Japan.
Hohe Belastung durch Sprint-Qualifyings
Acosta hinterfragt die Sinnhaftigkeit, bei 22 Saisonstationen an jedem Wochenende Sprint-Qualifyings durchzuführen. Er weist darauf hin, dass die Belastung für die Piloten oft bereits am Mittwoch mit Vorveranstaltungen beginne. Aktuell müssen die Fahrer bereits in vier Sessions – dem Practice (PR), dem Qualifying, dem Sprint und dem Hauptrennen – an ihr Limit gehen. Die zusätzliche Intensität durch das neue Format hält er für bedenklich:
Wir riskieren bereits zu viel. Es ist unmöglich, jedes Wochenende fünfmal 100 Prozent zu geben, ohne dass man sich verletzt. Es ist nur logisch, dass sich die Fahrer verletzen.Pedro Acosta, MotoGP-Pilot
Der KTM-Fahrer schlägt vor, die Anzahl der Sprintrennen auf die Hälfte zu reduzieren. Er merkt an, dass einige Sprintrennen aufgrund der Streckencharakteristik, wie etwa am Sachsenring, wenig Überholmöglichkeiten bieten und daher sportlich kaum einen Mehrwert liefern. Acosta fordert die Verantwortlichen dazu auf, risikoreiche Sessions aus dem Kalender zu streichen, um die Gesundheit der Athleten zu schützen und die Dauer ihrer professionellen Laufbahnen nicht weiter zu gefährden. Er betont zudem, dass es kaum Fahrer gebe, die eine Saison ohne Verletzung überstehen.


