Das französische Unternehmen Furion hat mit der Taran ein elektrisches Hyperbike-Projekt vorgestellt, bei dem die hauseigene EVERSOR-Technologie beide Räder antreiben soll. Ein in die Vorderradnabe integrierter Motor ist Teil des Konzepts.
Obwohl die von Furion genannten technischen Eckdaten mit 240 kW (326 PS), einem 20-kWh-Akku und einem Gewicht von 230 kg beeindruckend wirken, befindet sich die Taran derzeit noch in der Prototypenphase. Das Unternehmen aus Le Mans sucht aktuell nach Investoren, um die Entwicklung voranzutreiben, während ein konkreter Preis oder ein Lieferdatum noch nicht feststehen.
Die Furion Taran | KI-generiertes Bild von Furion
Die technologische Basis der Taran, das sogenannte EVERSOR-System, soll laut Furion nicht nur die Agilität steigern, sondern auch die Energierückgewinnung beim Bremsen optimieren und die Reichweite erhöhen. Aktuelle Messungen auf der Rennstrecke von Le Mans dienten dazu, die Simulationen zu kalibrieren. Dennoch gibt es noch technische Hürden: Die aktuelle Validierungsplattform arbeitet mit 48 Volt, während für das volle Potenzial eine Umstellung auf 400 Volt geplant ist. Die angegebene realistische Reichweite von 200 km muss sich in der Praxis erst noch beweisen.
Die Furion Taran | KI-generiertes Bild von Furion
Technologie-Showcase statt Massenmarkt
Furion verfolgt einen strategischen Ansatz, der über den reinen Verkauf von Motorrädern hinausgeht. Das Geschäftsmodell sieht vor, die entwickelte Technologie an etablierte Hersteller zu lizenzieren. Die Taran dient dabei primär als limitierter Technologieträger, um das Potenzial der eigenen Entwicklungen zu demonstrieren. Zuvor hatte das Unternehmen bereits Konzepte wie den M1, der einen Kreiskolbenmotor mit elektrischer Unterstützung kombinierte, sowie die M2- und F1-Projekte zur Vorderradmotorisierung verfolgt.
Die Furion Taran | KI-generiertes Bild von Furion
Wie schwierig der Weg zur Serienproduktion sein kann, zeigt das britische Unternehmen Arc. Trotz aufwendiger Technik und großer Aufmerksamkeit ging das Unternehmen hinter der Vector 2024 nach lediglich elf verkauften Exemplaren in Liquidation. Der Gründer nannte unter anderem Probleme beim Vertrieb in den USA und Schwierigkeiten beim Verkauf hochpreisiger Kleinserien.
Die Furion Taran | KI-generiertes Bild von Furion
Im Februar 2026 wurde bekannt, dass Furion eine Finanzierung in Höhe von 2 Millionen Euro anstrebt, um das Projekt weiterzuentwickeln. Interessenten können sich derzeit auf der Website für Reservierungen und private Testfahrten registrieren, doch eine verbindliche Preisgestaltung oder ein Zeitplan für die Produktion fehlen bislang. Damit bleibt die Taran vorerst ein vielversprechendes Konzept, das erst noch beweisen muss, ob es den Sprung in die Realität schafft.