Das Innere eines Motorradhelms regelmäßig zu reinigen, ist nicht nur eine Frage der Hygiene. Schweiß, Staub und Feuchtigkeit sammeln sich mit der Zeit in den Polstern und können unangenehme Gerüche verursachen. Wird der Helm nach der Fahrt nicht richtig getrocknet, kann sich langfristig sogar Schimmel bilden.
Bevor mit der Reinigung begonnen wird, sollte immer die Pflegeanleitung des Herstellers geprüft werden. Je nach Helm und Material können unterschiedliche Empfehlungen gelten. Besonders wichtig ist es, hohe Temperaturen und aggressive Reinigungsmittel zu vermeiden.
Neutrale Seife statt aggressiver Reiniger
Für die Reinigung der Innenpolster empfiehlt sich Wasser mit einer kleinen Menge neutraler Seife oder eines milden Reinigungsmittels. Nach dem Waschen sollten alle Rückstände gründlich aus den Polstern ausgespült werden.
Große Mengen an Reinigungsmittel sind nicht sinnvoll, da Rückstände im Gewebe verbleiben können. Alkoholhaltige Produkte, Glasreiniger und Lösungsmittel sollten ebenfalls vermieden werden, da sie die Materialien des Helms beschädigen können.
Sind die Innenpolster herausnehmbar, sollten sie entsprechend den Angaben des Herstellers gereinigt werden. Bei einigen Modellen ist sogar eine Maschinenwäsche möglich – allerdings nur, wenn dies ausdrücklich vorgesehen ist.
Wasser nicht heißer als 40 °C
Mehrere Hersteller weisen darauf hin, dass bei der Reinigung kein Wasser mit einer Temperatur von mehr als 40 °C verwendet werden sollte. Besonders die stoßabsorbierende EPS-Innenschale reagiert empfindlich auf hohe Temperaturen und bestimmte Chemikalien.
Nicht herausnehmbare Bereiche lassen sich vorsichtig mit einem weichen Tuch reinigen, das mit einer Mischung aus Wasser und neutraler Seife angefeuchtet wurde. Dabei sollte weder stark gerieben noch unnötig viel Druck ausgeübt werden.
Kinnriemen, Belüftung und Visier nicht vergessen
- Kinnriemen: Durch den direkten Kontakt mit der Haut nimmt er viel Schweiß und Schmutz auf und sollte ebenfalls mit Wasser und neutraler Seife gereinigt werden.
- Belüftungsöffnungen: Mit einer weichen Zahnbürste oder Wattestäbchen lassen sich auch schwer zugängliche Stellen reinigen.
- Außenschale: Hier sollten ausschließlich Reinigungsprodukte verwendet werden, die vom Hersteller für den jeweiligen Helm empfohlen werden.
- Visier: Eine milde Mischung aus Wasser und geeignetem Reinigungsmittel kann für die Reinigung verwendet werden.
Den Helm vollständig trocknen lassen
Nach der Reinigung müssen alle Teile vollständig trocknen, bevor sie wieder eingesetzt werden. Am besten geschieht das im Schatten und mit ausreichend Luftzirkulation.
Mechanische Trockner und starke Wärmequellen sollten vermieden werden, da Hitze Materialien im Inneren des Helms beschädigen kann.
Auch nach normalen Fahrten ist es sinnvoll, den Helm gut zu belüften und feuchte Polster vollständig trocknen zu lassen. So lassen sich Gerüche und Feuchtigkeitsansammlungen reduzieren.
Verschlissene Polster rechtzeitig ersetzen
Sind Innenpolster bereits stark abgenutzt oder beschädigt, reicht eine Reinigung möglicherweise nicht mehr aus. Für viele Helmmodelle bieten die Hersteller passende Ersatzpolster an. In diesem Fall ist ein Austausch sinnvoller als der Versuch, stark verschlissene Teile weiterzuverwenden.




