Die MotoGP-Verantwortlichen haben neue Sanktionen für Fahrer eingeführt, die bei Rennwochenenden verpflichtende PR-Aktivitäten versäumen. Wer künftig bei Terminen wie dem „Hero Walk“ fehlt, muss mit einer Geldstrafe in Höhe von 5.000 Euro rechnen.
Die Regelung wurde laut Informationen von Motorsport im Zuge des Indonesien-Grand-Prix per E-Mail an die Piloten kommuniziert. Sie zielt insbesondere auf den „Hero Walk“ am Sonntagmorgen ab, eine Meet-and-Greet-Zone für Fans, in der die Fahrer künftig mindestens zehn Minuten präsent sein müssen, um einer Strafe zu entgehen.
Bei wiederholten Verstößen soll die Geldstrafe weiter ansteigen; zudem wurden sportliche Strafen als mögliche Konsequenz für das Fehlen bei PR-Events in Betracht gezogen. Die Rennserie reagiert damit auf eine über mehrere Wochen beobachtete mangelnde Beteiligung der Fahrer an diesen Veranstaltungen.
Marc Marquez, der beim Indonesien-GP den sechsten Platz belegte, äußerte sich kritisch zu den neuen Vorgaben. Er betonte zwar, dass er das Wachstum der MotoGP unterstützen wolle, sieht die aktuelle Belastung der Fahrer jedoch als zu hoch an. Marquez verwies auf seinen jüngsten Verzicht auf ein PR-Kart-Event in Japan, bei dem er sich durch ein Stunt-Double vertreten ließ, um seine Schulter zu schonen und seine Meisterschaftschancen zu priorisieren.
Der Spanier listete eine Vielzahl an Verpflichtungen auf, die den Rennalltag zunehmend verdichten: „Wir haben Sponsorentermine, Meetings, das Warm-up, die Parade und den Hero Walk. Wir sind Athleten, und am Ende ist die Zeit im Lederkombi immer intensiver, während die Zeit auf der Strecke gleich bleibt.“ Marquez prognostiziert, dass sich die Situation ab 2027 durch ein neues Rennwochenende-Format mit Sprint-Qualifying weiter verschärfen wird. Sein Fazit: „Wir können den Sport auch anders wachsen lassen. Die Show findet auf der Rennstrecke statt, nicht außerhalb.“
